Freitag, 2. Mai 2014

Tipps für angehende Autoren

Vor einiger Zeit habe ich versprochen, Tipps für (angehende) Autoren auf meinem Blog zu veröffentlichen. Es wird Zeit, dass ich das mal wieder mache.

Hier kommt also mein 3. Tipp: Qualität

Wenn man als Autor erfolgreich werden möchte, ist es ganz wichtig, dass ein Buch, das man veröffentlicht, auch gut ist. Hat man einen Verlag, wird einem dort ein Lektorat/Korrektorat gestellt, das einem hilft, sein Werk zu verbessern. Self-Publisher, wie ich, müssen sich selbst darum kümmern, dass ihr Buch qualitativ hochwertig ist. Aber auch, wenn man sich dafür entscheidet, einen Verlag zu suchen, ist es wichtig, selbst schon vorher zu versuchen, Fehler zu verbessern. Das erhöht die Chance, unter Vertrag genommen zu werden.


Egal, ob man nach einem Verlag oder Literaturagenten sucht oder sein Buch selbst herausbringt, mit Qualität kommt man immer am weitesten. Heutzutage ist es wirklich einfach, ein Buch selbst zu veröffentlichen. Ob beispielsweise über Amazon KDP, Create Space, BoD oder einen Distibutor (wie Neobooks, Bookrix usw.), das Veröffentlichen kann in wenigen Minuten geschafft sein. Viele denken sich vielleicht, sie probieren einfach mal aus, wie ihre Geschichte ankommt. Bei Erfolg kann sie ja immer noch überarbeitet und verbessert werden. Das würde ich auf keinen Fall machen! Erst überarbeiten, verbessern, noch mal lesen und wieder überarbeiten! Denn den 1. Eindruck kann man nicht mehr ändern. Schlechte Kritiken können sich herumsprechen und Leser kaufen wahrscheinlich kein 2. Buch, wenn sie vom 1. enttäuscht waren. Die Idee der Geschichte kann noch so toll sein, wenn das Buch viele Fehler hat, wird das dem Leser die Lust verderben.

Meine Tipps, die dazu beitragen, ein qualitativ hochwertiges Buch herauszubringen/Verlagen anzubieten:

1. Rechtschreibung: Word hat eine Rechtschreibungs- und Grammatikprüfung. Die meisten anderen Programme haben das bestimmt auch. Wendet diese unbedingt an. Man vertippt sich ganz leicht und übersieht die eigenen Fehler meistens. Man weiß ja, was da stehen sollte und liest deshalb oft was man erwartet, anstatt das, was wirklich geschrieben wurde.

2. mehrfaches Durchlesen und Überarbeiten: Trotz Rechtschreibkorrektur von Word (oder anderen Programmen) sollte man den Text mehrfach durchlesen. Solche automatischen Prüfungen finden nicht alles oder sind bei älteren Versionen des Programms möglicherweise nicht auf dem aktuellsten Stand.
Den Text nur 1x zu überarbeiten reicht leider auch nicht. Man übersieht leicht etwas. Es hilft z.B. auch, ein paar Wochen Pause einzulegen und sich erst dann noch einmal ans Überarbeiten zu setzen. Mit etwas Abstand sieht man alles ganz anders und entdeckt Fehler eher.
Bei Unsicherheit, ob man ein Wort richtig geschrieben hat, empfehle ich, im Duden oder Internet nachzusehen. Meistens google ich das Wort einfach. Dann werden in der Regel Vorschläge von duden.de, korrekturen.de und ähnlichen Seiten angezeigt.
Das Überarbeiten kann wirklich viel Zeit in Anspruch nehmen, vor allem beim 1. Buch, wenn man noch nicht so routiniert ist. Aber es ist wichtig und man wird dadurch auch besser im Schreiben. Beim nächsten Buch macht man wahrscheinlich schon viel weniger Fehler.
Bei meinem 1. Buch hat das Überarbeiten fast genauso lange gebraucht wie das Schreiben selbst. Natürlich muss das nicht bei allen so sein. Jeder schreibt unterschiedlich schnell und ist anfangs schon unterschiedlich gut. Ich möchte damit nur zeigen, dass das Überarbeiten wirklich zeitaufwendig ist und nicht vernachlässigt werden sollte. Ich habe mal von einem anderen Autor (ich weiß leider nicht mehr wer) gelesen, dass die richtige Arbeit erst anfängt, wenn ein Buch fertig geschrieben wurde. Da muss ich zustimmen. Natürlich ist das Schreiben selbst auch Arbeit und nicht zu unterschätzen, aber für mich ist das nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß. Das macht es leichter. Das Überarbeiten hingegen ist für mich nur Arbeit und kann sich wirklich hinziehen. Da braucht man Durchhaltevermögen.
Also, kurz zusammengefasst, unterschätzt nicht die Zeit, die man zum "Aufpolieren" des eigenen Werkes braucht und lasst das Überarbeiten auf keinen Fall weg!

3. Lektorat/Korrektorat, Betaleser & Testleser: Am besten ist es, wenn man nach den ersten eigenen Überarbeitungen ein Lektorat & Korrektorat durchführen lässt. Leider ist das für Self-Publisher, wie mich, wirklich sehr teuer. Ich kann gut nachvollziehen, dass man vor allem bei seinem 1. Buch einfach nicht das Geld dafür hat. Man hat schließlich noch nichts mit dem Buch verdient. Schon jetzt wahrscheinlich über 1000 Euro auszugeben, wenn man sich nicht einmal sicher sein kann, das je wieder reinzuholen, ist echt hart. Aus diesem Grund entscheiden sich mit Sicherheit viele dafür, Lektorat und Korrektorat wegzulassen. Ich habe das auch gemacht. Stattdessen habe ich mir Freunde gesucht, die mein Buch korrekturlesen. Dann habe ich noch den Anfang (1-2 Seiten) des Buches im Fantasy-Schreibforum gepostet, um mir erste Meinungen zu holen. Daraufhin habe ich den Tipp bekommen, mir mehrere Betaleser zu suchen. Betaleser machen fast die gleiche Arbeit wie professionelle Lektoren/Korrektoren. Sie tun das in der Regel umsonst. Der Nachteil ist, dass sie keine Profis sind, unter Umständen auch nicht alles wissen und da sie das Ganze hobbymäßig machen, brauchen sie oft viel länger. Das muss man also einplanen. Da Betaleser möglicherweise nicht alles wissen/bemerken, ist es sinnvoll, mehrere zu suchen. Das kann die fehlende Professionalität ausgleichen.
Den richtigen Betaleser zu finden, ist wahrscheinlich nicht leicht, mehr als einen zu bekommen noch schwieriger, aber wenn man auf Lektorat/Korrektorat verzichtet, sollte man es auf jeden Fall versuchen.
Ich hatte wirklich Glück und habe 2 ganz tolle Betaleser gefunden, einen im Fantasy Forum und eine privat. Beide schreiben selbst, wodurch sie wissen, worauf es ankommt.
Viele Schreibforen haben ein Thema, in dem man nach Betalesern suchen kann. Facebook hat auch eine Betaleser Gruppe. Schaut euch also mal um, vielleicht habt ihr ja genauso viel Glück wie ich und findet jemand, der euch ausführliche Tipps gibt.
Zusätzlich zu meinen beiden Betalesern hatte ich noch mehrere Testleser. Diese haben mir ihre Meinung zum Buch gesagt und wenn sie Fehler entdeckten, haben sie mir die auch mitgeteilt.

4. Kritik & Verbesserungsvorschläge annehmen: Kritik zu bekommen ist nie leicht. Da hat man so lange an dem eigenen Werk gesessen und dann kommt jemand daher und sagt einem, dass es nicht so gut ist, wie man selbst glaubt. Das ist wirklich hart. Aber es ist wichtig, sich die Kritik und Verbesserungsvorschläge anzuhören und sich zu überlegen, ob sie nicht vielleicht doch sinnvoll sind. Wenn Kritik mit Verbesserungsvorschlägen kombiniert ist, ist sie eigentlich immer gut gemeint. In dem Fall nimmt sich der Kritiker Zeit, um zu helfen. Natürlich muss man die Verbesserungsvorschläge deshalb nicht automatisch annehmen, aber zumindest darüber nachzudenken, wäre auf jeden Fall gut. Oft bemerkt man Dinge gar nicht oder sieht nicht, wie etwas auf den Leser wirkt, der ja nicht, wie der Autor, bereits alles über die Charaktere und Handlung weiß. Durch Kritik kann man dazu lernen, den eigenen Schreibstil verbessern und vielleicht aus einem guten Buch ein sehr gutes machen. So schwer es auch sein kann, versucht also, Kritik als etwas Positives zu sehen (wenn sie freundlich ist und Verbesserungsvorschläge enthält).

5. Letzte Überarbeitungen: Nachdem man Vorschläge von Lektoren, Korrektoren und/oder Betalesern & Testlesern bekommen hat, sollte man sich diese in Ruhe durchlesen, sich gut überlegen, ob sie sinnvoll sind und diese gegebenenfalls umsetzen. Alle muss man natürlich nicht umsetzen und oft geht das schon allein nicht, weil verschiedene Leser genau das Gegenteil vorschlagen. Man muss selbst entscheiden, was für einen sinnvolle Veränderungen sind und was zu einem selbst und seiner Geschichte passt. Man soll sich zum Schluss ja noch mit dem eigenen Buch identifizieren können.
Nachdem man die letzten Überarbeitungen durchgeführt hat, finde ich es sinnvoll, alles noch einmal durchzulesen. Bei den Überarbeitungen schreibt man oft Sätze um. Dadurch wird leicht mal ein Wort vergessen zu löschen oder eine Endung eines Wortes wurde nicht angepasst (z.B. Einzahl/Mehrzahl). Noch besser ist es, dieses allerletzte Durchlesen von jemand anderem machen zu lassen. Eigene Fehler übersieht man wirklich viel eher als die von Anderen. Ich habe mein Buch zum Schluss selbst noch einmal gelesen und meine Mutter drüberlesen lassen.

6. Klappentext: Den könnt ihr natürlich schon früher schreiben, aber wenn ihr das noch nicht gemacht habt, dann wird es jetzt Zeit. Das erste, was vom Buch gelesen wird, ist im Normalfall der Klappentext. Dieser sollte informativ sein, die Handlung knapp zusammenfassen und den Leser neugierig machen, damit er mehr herausfinden möchte. Zu viel sollte also auch nicht verraten werden. Die richtige Mischung zu finden, ist nicht leicht, nehmt euch dafür also Zeit und feilt daran, bis wirklich alles gut klingt.
Hier ist auch ganz wichtig, dass auf Rechtschreibung geachtet wird. Wenn hier schon ein Fehler drin ist, werden viele Leser das Buch erst gar nicht kaufen, weil sie erwarten, dass es dort nicht besser wird.
Den Klappentext am besten auch mehreren Leuten zeigen und um ehrliche Meinung bitten.

7. Qualität endet nicht beim Text: Cover/Buch Design
Diesen Punkt sollte man nicht unbedingt für den Schluss aufheben. Ein schönes Cover zu erstellen, braucht auch Zeit und falls es von jemand anderem gemacht wird, kann das schon geschehen, während man noch am Text feilt.
Das Cover ist meistens das 1. was ein potentieller Leser von einem Buch sieht. Deshalb sollte dessen Wirkung nicht unterschätzt werden. Natürlich ist vieles bei der Covergestaltung Geschmacksache, aber ich finde, ein Cover sollte nicht nur aus einem Bild und einem "draufgeklatschten" Text bestehen. Ich selbst denke mir oft, wenn das Cover so lieblos aussieht, kann der Autor dann mehr in den Text investiert haben? Möglich ist es natürlich, aber ich gebe eher Büchern eine Chance, die wenigstens auf den 1. Blick professionell aussehen. Ein Cover muss nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen, aber ganz lieblos sollte es nicht aussehen.
Falls ihr euch selbst nicht mit Grafikprogrammen auskennt, empfehle ich euch, jemanden zu suchen, der das kann. Buch Designs können teuer sein, deshalb ist es am besten, sich erst mal ein bisschen umzuschauen und Preise zu vergleichen.
Ich bin im Moment dabei, eine Homepage für Grafikdesign zu erstellen. Bisher habe ich das nur hobbymäßig gemacht, deshalb sind meine Preise wahrscheinlich nicht so hoch wie bei manch anderen. Die Homepage ist momentan noch nicht fertig, aber falls ihr euch schon mal umsehen möchtet, hier ist sie: http://www.charmingworld.de/ Sollten euch meine Designs nicht gefallen (was ja durchaus möglich ist, denn so etwas ist Geschmacksache), könnt ihr gerne auf mich zukommen und fragen, wo es noch Cover Designs gibt. Ich habe schon einige tolle Seiten online gesehen. Dieser Post ist aber schon lang genug und ich möchte sie jetzt nicht alle heraussuchen und noch hier auflisten.

So, das war es für diesmal, denn dieser Eintrag ist wirklich viel länger geworden als ich gedacht hatte. In meinem nächsten Post mit Tipps werde ich dann genauer darauf eingehen, auf was man beim Überarbeiten neben Rechtschreibung noch alles achten sollte.

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