Dienstag, 19. August 2014

Rezension: Silber - Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier

Reihe: Silber
Autorin: Kerstin Gier
Verlag: FJB
Genre: Urban Fantasy, Jugendbuch
Seiten: 408
Sprache: deutsch
Preise: Kindle E-Book: 16,99 €, Gebundene Ausgabe: 18,99 €
Geeignet für: Jugendliche


Klappentext(von Amazon)

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen…



Der Klappentext hörte sich für mich wirklich interessant an und hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Aufgrund des Preises habe ich aber etwas gezögert. Das E-Book fiel für mich gleich flach. Wenn ich so viel für ein Buch ausgebe, möchte ich es auch in den Händen halten. In Buchläden bin ich eine Weile um das Buch herumgeschlichen, bevor ich letztendlich zugeschlagen habe.

Design:

Bei diesem Buch möchte ich nicht nur, wie sonst, auf das Cover eingehen, sondern auf die gesamte Gestaltung, weil sie wirklich erwähnenswert ist. Das Buch sieht nicht nur von außen toll aus, sondern auch von innen. Auf einigen Seiten sind neben der Geschichte auch noch Blumenranken mit Schnörkeln abgedruckt. Das sieht wirklich klasse aus und gefällt mir sehr. Da hat der Verlag wirklich ganze Arbeit geleistet.

Schreibstil/Text:

Die Geschichte wird aus Olivias Sicht in der Ich-Form erzählt. Dadurch bekommt man ihre Gedanken gut mit.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Allerdings finde ich, dass ein bisschen häufig Klammern benutzt werden. Das habe ich so noch nie in einem Buch gesehen. Ab und zu, ja, aber hier kommt es auf fast jeder zweiten bis dritten Seite vor. Manchmal noch öfter. Das ist zwar nicht schlimm, aber mir persönlich gefällt es nicht so.

Fehler sind mir keine aufgefallen oder zumindest nicht in Erinnerung geblieben.

Charaktere/Beziehungen:

Bei den Charakteren kommt für mich leider ein großes Problem. Mit ihnen konnte ich überhaupt nicht warm werden. Schon ab der ersten Szene haben Olivia und ihre Schwester Mia nur herumgenörgelt und sich beschwert. Ich dachte erst, das wäre eben der Anfang und Charaktere können sich auch weiterentwickeln. Leider ging es die nächsten Kapitel so weiter.
Einmal hat Olivia in Gedanken sogar zugegeben, dass es in der Schule eigentlich gar nicht so schlimm war, aber es sei so schön, sich von ihrem Kindermädchen bemitleiden zu lassen, dass sie das nicht zugeben würde. Ein anderes Mal hat sie eingesehen, dass sie und Mia sich kindisch verhalten, weil andere Jugendliche sich viel erwachsener benehmen. Da habe ich wirklich gehofft, jetzt würde es besser. Leider kam es nicht so. Stattdessen gab es ein Ereignis, das dazu führte, dass sich das lobende Vorbild noch schlimmer verhielt als Olivia und Mia.
Nach 75 Seiten, die sich für mich wirklich gezogen haben, hatte ich genug. Vielleicht bin ich zu alt, um mich mit pubertierenden Teenagern identifizieren zu können, aber ich habe auch schon andere Jugendbücher gelesen und hatte dort keine Probleme.

Handlung:

Von der im Klappentext versprochenen Handlung habe ich leider nicht viel mitbekommen. Die hat bis Seite 75 noch kaum angefangen. Das fand ich wirklich schade. Einige Szenen hätte man, meiner Meinung nach, weglassen oder kürzen können. Dann hätte die Handlung früher angefangen und Leute wie mich vielleicht doch noch zum Weiterlesen gebracht.
Ein Beispiel dafür ist die Bemitleidungsrunde, in der Olivia, Mia und ihr Kindermädchen Lottie zusammensitzen und Vanillekipferl essen. Die hatte Lottie im Spätsommer gemacht, obwohl sie der Ansicht ist, dass man die nur im Winter essen sollte, weil es die beiden Mädchen so schwer haben. Da wurde meiner Meinung nach ewig darauf herumgeritten, dass man Vanillekipferl eigentlich jetzt nicht essen dürfe und wie man es vielleicht doch noch rechtfertigen könne. Ich glaube kaum, dass das irgendetwas zur Handlung beiträgt. Die hätten auch Kuchen oder so essen können, dann wäre die Jahreszeit vollkommen egal. Aber vielleicht sollte dadurch betont werden, wie arm die Mädchen dran sind?
Mir wurde auf jeden Fall zu viel darauf hingewiesen, dass ich die Mädchen bemitleiden soll, wodurch leider das Gegenteil bewirkt wurde.

Zur eigentlichen Handlung kann ich nichts sagen. Vielleicht ist die ja wirklich interessant und spannend. Ich hatte allerdings keine Lust mehr, mir die Charaktere länger anzutun. Da mag die Handlung noch so toll sein.

Fazit:

Trotz tollem Äußeren und einem größtenteils angenehmen Schreibstil, konnte mich das Buch nicht überzeugen. Da mir die Charaktere unsympathisch sind, hatte ich kein Interesse, ihre Geschichte weiterzulesen. Schade.

Für Jugendliche ist das Buch wahrscheinlich besser geeignet. Die können sich vielleicht in die Charaktere hineinversetzen und ihre Handlungs- und Denkweise nachvollziehen.

Als schlecht würde ich das Buch nicht unbedingt bezeichnen, es ist nur nicht mein Fall. Deshalb gebe ich:





Kommentare:

  1. Hallo Betty,

    nun der Ausflug in die Jugendabteilung war jetzt wohl nicht so Dein Ding.

    Ich habe davon auch noch nichts gelesen, weil mir persönlich die Hysterie um die Autorin/Buch zu groß erschien außerdem der Preis...da bin ich eher vorsichtiger, wenn in die diese Preisklasse geht...

    LG..Karin..

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    1. Hi Karin,

      sieht so aus. :-( Mir gefallen wohl nicht alle Jugendbücher so gut wie Harry Potter & Percy Jackson. Ich dachte aber auch erst, dass es ein Young Adult Buch wäre. Habe das Buch im Buchladen gekauft und mich nicht mehr genau daran erinnert, was ich darüber gelesen hatte. Das verdeutlicht mir auch wieder, warum ich so gerne bei Amazon einkaufe. Da kann ich direkt vor dem Kauf noch mal Klappentext lesen, in die Leseprobe schauen (das ging im Buchladen nicht, weil das Buch in eine Folie eingeschweißt war) und Rezensionen anschauen. Online überlege ich mir auch mehrfach, ob ich ein Buch wirklich kaufen soll. Im Laden verleiten die schön aussehenden Bücher mich irgendwie immer.

      Ja, der Preis ist schon krass. Deshalb hatte ich es auch nie bestellt. Aber im Buchladen hat es mich so angelacht und alle anderen Bücher, die ich kaufen wollte, gab es nicht. :-( Silber war dann wohl ein Frustkauf. Habe daraus gelernt. Ohne zumindest den ersten Abschnitt eines Buches zu lesen, kaufe ich keins mehr. Schon gar nicht zu dem Preis. Da kann es noch so einen Wirbel um das Buch geben.

      Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich angefangen habe, Erotikbücher zu lesen. Da gibt es wenigstens Erwachsene, die sich im Normalfall auch so verhalten. :-))

      LG,

      Betty

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