Mittwoch, 14. Januar 2015

Rezension: Mystic City von Theo Lawrence

Es wird Zeit, meinen SuR (Stabel ungeschriebener Rezensionen) abzuarbeiten. Es gibt noch einige Bücher, die ich letztes Jahr gelesen habe, zu denen ich noch Rezensionen schreiben muss, bzw möchte. Die gelesenen Taschenbücher, die noch rezensiert werden sollen, liegen auf meinem Schreibtisch herum. Deshalb fange ich mit einem davon an, damit ich das Buch wegräumen kann. Ich nehme mal das Unterste …

Buch: Mystic City
Reihe: Mystic City (Teil 1)
Autor: Theo Lawrence
Verlag: Random House
Genre: Dystopie, Paranormal Romance, Urban Fantasy, Sci-Fi, Jugendbuch
Seiten: 397 (Taschenbuch)
Sprache: englisch
Altersempfehlung: Jugendliche
Preise: E-Book: 5,99 €, Taschenbuch: ab 8,07 €, Gebundene Ausgabe: 13,37 €
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Deutsche Version: Mystic City – Das gefangene Herz
Preise: E-Book: 12,99 €, Gebundene Ausgabe: 16,99 €.
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Kurze Zusammenfassung in meinen Worten:

Aria Rose, die Tochter eines der mächtigsten Männer aus Mystic City, wacht eines Tages auf und kann sich nicht mehr an die letzten Monate ihres Lebens erinnern. Laut ihrer Familie hat sie eine Droge ausprobiert, durch die sie ihr Gedächtnis zum Teil verloren hat. Aria kann sich nicht erklären, warum sie so etwas getan haben sollte und möchte ihr Verhalten wieder gutmachen. Sie versucht, die perfekte Tochter zu sein und alles zu tun, was von ihr erwartet wird. Das beinhaltet, sich auf ihre Hochzeit vorzubereiten … eine Hochzeit mit einem Mann, an den sie sich nicht erinnern kann. Thomas Foster gehört zu der Familie, die seit Generationen mit ihrer eigenen verfeindet ist. Ihre Liebe soll diese Fehde beenden und die Familien im politischen Kampf gegen die Mystics – Menschen mit magischen Fähigkeiten aus der Unterschicht - vereinen. Aria fühlt sich an Romeo und Julia erinnert und wünscht sich nichts mehr, als ihre Erinnerungen zurückzubekommen. Leider fühlt sie sich kaum zu Thomas hingezogen. Sollte sie es nicht spüren, wenn sie ihrer großen Liebe gegenüberstünde? Und wer ist der mysteriöse Fremde, der ihr mehrfach das Leben rettet? Warum kommt er ihr bekannt vor? Kann er ihr vielleicht helfen, ihre Erinnerungen zurückzubekommen?



Cover:

Das Cover ist meiner Meinung nach ein Traum. Dadurch bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und musste gleich herausfinden, worum es geht. Als ich das Taschenbuch in den Händen hielt, war ich noch begeisterter. Es sieht in echt noch besser aus. Es schimmert leicht und das Bild wirkt beinahe, als wäre es in 3-D. Wirklich ganz toll.

Klappentext: (von Amazon)

englisch:

Aria Rose, youngest scion of one of Mystic City's two ruling rival families, finds herself betrothed to Thomas Foster, the son of her parents' sworn enemies. The union of the two will end the generations-long political feud - and unite all those living in the Aeries, the privileged upper reaches of the city, against the banished mystics who dwell below in the Depths.

But Aria doesn't remember falling in love with Thomas; in fact, she wakes one day with huge gaps in her memory. And she can't conceive why her parents would have agreed to unite with the Fosters in the first place.

Only when Aria meets Hunter, a gorgeous rebel mystic from the Depths, does she start to have glimmers of recollection - and to understand that he holds the key to unlocking her past. The choices she makes can save or doom the city - including herself.

deutsch: (Vorsicht, Spoiler!)

Aria Rose hat mit einem Schlag ihr Gedächtnis verloren. Als sie dann auch noch den gut aussehenden Hunter trifft, ist ihre Verwirrung vollkommen. Auf mysteriöse Weise fühlt sie sich zu ihm hingezogen, doch diese Liebe darf nicht sein. Denn Hunter gehört zu den Mystikern, einer Rebellengruppe mit magischen Fähigkeiten. Sie werden von Arias Familie von jeher unterdrückt. Kaum gibt Aria sich ihren verbotenen Gefühlen hin, entbrennt ein erbitterter Machtkampf in der Stadt und eine dunkle Erinnerung kehrt zurück ...

Der englische Klappentext gefällt mir wirklich gut. Er passt zur Geschichte und macht neugierig. Als ich ihn gelesen habe, stand für mich fest, das Buch muss ich haben. Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich es bestellt habe.

Den deutschen Klappentext hingegen finde ich nicht sonderlich gelungen. Meiner Meinung nach verrät er zu viel, das erst später kommt. Passend ist er, aber ich finde, er nimmt Dinge vorweg, durch die der Anfang des Buches an Spannung verliert. Ich bin froh, dass ich nur den englischen Klappentext gelesen hatte, sonst wären einige meiner Fragen, die sich beim Lesen gebildet haben, schon beantwortet gewesen, bevor ich das Buch aufgeschlagen hatte.

Schreibstil/Text:

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Arias Sicht erzählt. Das passt hier wirklich gut, da wir zusammen mit Aria im Laufe des Buches herausfinden, was wirklich vor sich geht. Der Leser tappt genauso im Dunkeln wie sie. Dadurch habe ich mit ihr gefühlt.

Den Schreibstil an sich fand ich leider nicht so toll. Es gab viele Wortwiederholungen, vor allem das Wort „then“ (dann) hat es dem Autor angetan. Ich habe schon in anderen Rezensionen gemeckert, dass es zu oft benutzt wurde, aber das war nichts gegen dieses Buch. Oft kam das Wort in 3 Sätzen hintereinander vor. Zum Teil starteten mehrere Sätze hintereinander mit „Then“. Zwischendrin habe ich mich mehr darauf konzentriert, die „then“ zu zählen oder überrascht zu schauen, wenn mal 1 Seite lang keins vorkam, als die Geschichte mitzubekommen. Das ist einfach nur schade. Gab es keinen Lektor, dem das aufgefallen ist?

Da es mittlerweile schon ca. ein halbes Jahr her ist, dass ich das Buch gelesen habe, und ich mir leider keine Notizen gemacht habe, erinnere ich mich nicht mehr, ob es Fehler im Text gab. Ich glaube, es waren nicht übermäßig viele.

Handlung:

Durch den Klappentext habe ich eine interessante und spannende Handlung mit Liebesgeschichte erwartet. Das Buch hat auch gut angefangen. Ich konnte schnell in die Geschichte eintauchen, habe mit Aria mitgefiebert, gehofft, sie findet bald heraus, was wirklich passiert ist und war sehr fasziniert von der Welt, die Theo Lawrence kreiert hat. Die Stadt und vor allem die Mystics haben mir sehr gut gefallen. Ich war begeistert und froh, das Buch gefunden zu haben.

Leider kam aber bald die Ernüchterung. :-( Die Geschichte zog sich. Es wurden zwar ständig Hinweise auf das, was wirklich passiert ist, geliefert (von Aria selbst!), aber sie hat es nicht geschnallt. Ich könnte ja verstehen, wenn sie es nicht wahrhaben wollte, aber mir kam es so vor, als würde sie es einfach nicht kapieren.

Spannung kam für mich leider selten auf. Meistens war ich zu sehr damit beschäftigt, mich über Aria und/oder den Rest der Charaktere und ihr Handeln aufzuregen. Aber mehr dazu im nächsten Abschnitt …

Charaktere/Beziehungen:

Jetzt kommt für mich der Hauptkritikpunkt und der Grund dafür, warum ich die Reihe nicht weiterlesen werde.

Anfangs habe ich sowohl Aria, als auch Hunter gemocht. Sie hatten wirklich Potenzial. Leider wurde das nicht ausgeschöpft. Je mehr ich von ihnen gelesen habe, umso öfter habe ich an ihrer Intelligenz gezweifelt.

ACHTUNG, kleiner SPOILER!
An Arias Stelle wäre ich schon viel früher von zu Hause weggelaufen. Z.B. als sie vor den Leuten ihres Vaters weggerannt ist und diese sie durch die Stadt gejagt haben. Da hab ich echt gedacht „Wie, und jetzt willst du wieder nach Hause gehen???“. Sie hat nicht mal in Erwägung gezogen, dass es besser sein könnte, nicht mehr zurückzugehen.
ENDE SPOILER

Ohne die Hilfe von anderen wäre Aria total aufgeschmissen gewesen. Ständig musste sie jemand retten. Sie hat zwar ein gutes Herz und wollte das Richtige tun, aber getan hat sie nicht viel. Das reicht mir für eine gute Protagonistin nicht.

Hunter war leider auch nicht besser. Am Anfang wirkte er wie ein starker, heldenhafter Kerl. Später kam er mir nur noch wie ein liebeskranker Idiot vor, der nichts auf die Reihe bekam, weil er nur an Aria dachte.

Was die Liebesgeschichte angeht … die war mir viel zu kitschig. Ich mag Liebesgeschichten wirklich. Bücher, in denen es keine gibt, sind nichts für mich. Aber wenn die Charaktere keinen einzigen logischen Gedanken mehr fassen können, weil sie so verliebt sind, wird mir das zu blöd.

VORSICHT, SPOILER!
Zu kitschig fand ich vor allem die Liebesbriefe. Wenn ich die gefunden hätte, wäre ich nicht hin und weg gewesen. Die hätte ich zu schnulzig gefunden. Außerdem kam Hunter total anhänglich und weinerlich rüber. Das mag ich gar nicht bei Männern.
Der Höhepunkt war für mich allerdings, als Aria & Hunter gegen Ende wieder vereint waren. Da mussten sie erst mal ihre ganze Geschichte ausdiskutieren, während Arias Vater mit bewaffneten Leuten hinter der Tür wartet. So viel Dummheit konnte ich kaum glauben. Mit jedem Satz wurde ich ungeduldiger und wollte irgendwann am liebsten Schreien: „Wollt ihr nicht erstmal abhauen?“ Als dann wirklich alles den Bach runter ging, konnte ich nicht mal mit den beiden fühlen, weil sie sich so blöd angestellt haben. :-( Echt schade.
ENDE SPOILER

Fazit:

Dieses Buch hat mich sehr frustriert. Es hatte so viele tolle Ansätze. Ich hätte gern noch mehr in dieser Welt gelesen. Leider kann ich mit den Charakteren überhaupt nichts anfangen. Bei diesem Buch habe ich herausgefunden, dass für mich die Charaktere das Wichtigste sind. Denn wenn sie mir nicht gefallen, will ich auch nichts mehr über sie lesen. Spätestens bei der Hälfte des Buches habe ich das Ende herbeigesehnt und war mehr als nur glücklich, als es endlich kam. Auch wenn mir die Welt sehr gut gefallen hat, noch mal tue ich mir das nicht an.


Das Buch bekommt von mir knappe 3 Bücher, aber nur, weil die Welt und die grundlegende Idee wirklich toll sind. Das Cover schadet auch nicht. Die Charaktere und Handlung hätten höchstens 2 verdient.

Empfehlen kann ich das Buch nur eingeschränkt. Für Jugendliche ist es wahrscheinlich besser. Wer es liest, sollte auf jeden Fall darüber hinwegsehen können, dass die Hauptcharaktere nicht gerade die schlausten Entscheidungen treffen. Wer das kann, dem könnte das Buch gut bis sehr gut gefallen, denn die Welt ist einzigartig und liebevoll kreiert.

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